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Februar 2012


Liebe Gemeinde,

 

Elia – Wer ist das? Gottesmann und Prophet in Israel. Zur Zeit des Königs Ahab und seiner Frau Isebell. Ist das alles? Ist er nur das? - Eine wie auch immer bedeutende Gestalt der Geschichte?

Am Ende jedes Passahfestes schickt der Vater die jüngste Tochter vor die Tür, sie soll nachsehen, ob der Elia kommt. In einer Passahnacht erwarten die frommen Juden die Ankunft des Messias und Elia ist der Vorbote des Messias.

Elia der Gottesmann – Er hat in seinem Leben etwas gewagt, hat sich seinen Glauben und seine Treue zu Gott etwas kosten lassen. Er hat dem König widersprochen, hat sich mit der Königin angelegt, für die Ehre Gottes mit freilich aus heutiger Sicht sehr zweifelhaften Methoden gekämpft – nicht ohne Erfolg, aber auch nicht ohne Folgen.

Es ist Isebell, die Königin, die ihm ganz offen droht, mit dem Tode droht. Und Elia weiß, mit ihr ist nicht zu spaßen, ihr Wort darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Elia hat Angst, er will nicht mehr, er kann nicht mehr.

Erst will er weg, dann will er nur noch schlafen. Kennst du das?

Du wachst morgens auf und möchtest am liebsten gar nicht aufstehen, nicht etwa weil du wirklich müde bist! Nun! Du denkst an eine Aufgabe, die du noch erledigen musst, einen Kollegen oder gar deinen Chef mit dem du nicht klar kommst.

 

            Einen Engel, einen Engel,

            Gott, den brauch ich jetzt.

 

Elia hat es erfahren: Gott ist da, auch wenn ich ganz allein bin. Er sieht mich, auch wenn ich ihn nicht sehe. Er hört uns, wenn wir um Hilfe rufen auch ohne Worte. Er kennt uns besser als wir uns selbst. Und er hat seine Engel – seine Boten in der Welt.

Sie müssen keine weißen Kleider tragen oder gar Flügel haben – die Engel – Boten Gottes in der Welt.

Vielleicht war es damals bei Elia ein vorbeiziehender Negev-Beduine – vielleicht ist es bei dir ein Nachbar, ein Mitschüler oder Kollege – einer der dir hilft – ganz unerwartet.

Ermutigt, mit frischer Kraft macht sich Elia auf den Weg – auf den Weg zum Gottesberg.

Elia wollte einfach nur weg. Der Engel schickt ihn zum Gottesberg – also zu Gott selbst. Der Weg führt durch die Wüste. Auch wir reden davon, dass jemand in die Wüste geschickt wird oder von den Durststrecken unseres Lebens. Die Wüste ist mehr als eine Landschaft und nicht nur eine Frage der Bewässerung. Sie kann ein Bild sein für Hoffnungslosigkeit und Resignation. Aber sie hat auch eine Verheißung. Hier – auch hier – ja genau hier, wo ich mit meiner Kraft am Ende bin, wartet Gott selbst auf mich. Der Weg zum Gottesberg führt, jedenfalls für Elia, durch die Wüste.

Und was erlebt er dort?

Einen Sturm, ein Erdbeben, ein Unwetter.

Als ich ein Kind war, sagten manche Erwachsene, wenn es donnerte: Jetzt schimpft der liebe Gott.

Stimmt das? Nein, es stimmt nicht und wir sollten uns ganz genau überlegen, was wir unseren Kindern sagen – auch und gerade wenn es um unseren Glauben geht.

Gott lässt es zwar donnern – Er hat Himmel und Erde geschaffen – aber es ist nicht seine Stimme, die wir hören, wenn es donnert.

Mancher kluge Mensch sagt im vermeintlichen Tiefsinn Gott sei die Natur und geht lieber in den Wald als am Sonntag in die Kirche. Aber Gott der Schöpfer ist nicht mit seiner Schöpfung identisch. Gott war nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Unwetter!

Wo hören wir ihn dann?

Wenn du in der Bibel liest oder daraus vorgelesen und erzählt wird. Dann musst du gut zuhören – ganz genau hinhören, damit du die Stimme Gottes hörst.

Das ist gar nicht so einfach in unserer lauten Welt angesichts eines vielstimmigen Chores der Meinungen. Es kostet Kraft zu schweigen und zuzuhören. Aber nur wer zuhört kann auch verstehen.

Gott haut nicht mit der Faust auf den Tisch und schmeißt nicht die Tür zu. Gott ist anders als wir ihn uns oft vorstellen oder wünschen. Er will, dass wir zuhören – hinhören, wenn er spricht.

 

            Jesus Christus ist das eine Wort Gottes,

            dem wir im Leben wie im Sterben

            vertrauen und gehören sollen.

 

Elia hat Gott gehört – und was hat er gehört?

Gott schickt ihn zurück – zurück zu den Menschen. Er hat noch etwas mit ihm vor. Und Elia hat nicht nur gehört, er hat auch gehorcht, er ist zurückgekehrt, so wie auch wir wieder in unseren Alltag. Dort sollt auch ihr zeigen, dass ihr an Gott glaubt., ihm vertraut, sein Wort gehört und verstanden habt.

Wie? Zum Beispiel dadurch wie wir miteinander umgehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Knut Michael Henke



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